Rennrad Beratung

Worauf es beim Rennrad Beratungsgespräch ankommt

  1. An erster Stelle steht der Einsatzzweck. Geht es um gemütliches Tourenfahren, die regelmäßige sportliche Ausfahrt oder den harten Wettkampfeinsatz deines Fahrrades?
  2. Danach wird die passende Fahrradmarke und das passende Modell ausgesucht.
  3. Anschließend wird das Rennrad individuell an den Fahrer angepasst.

Um herauszufinden, welcher Rennrad-Typ am besten geeignet ist, muss zuerst überlegt werden, zu welchen Gelegenheiten das Rennrad gefahren wird. Das Rennrad ist ein sehr sportliches Fahrrad und für lange und schnelle Ausfahrten ausgelegt.

Dabei sind die wichtigsten Eigenschaften eines Rennrads:

  • ultraleichte Anbauteile und geringes Gewicht zwischen 5 und 8 Kg
  • sportliche Sitzposition und aerodynamische Haltung
  • sportliche, schmale Reifen und leichte Felgen
  • Rennradlenker mit speziellen Schalt- und Bremshebeln
  • Rahmen aus Carbon oder leichtem Aluminium
  • leichte Kettenschaltung mit bis zu 36 Gängen

Das passende Rennrad kaufen

Die oben genannten Eigenschaften haben alle Rennräder gemein, allerdings liegt der Unterschied bekanntermaßen im Detail.

Man unterscheidet bei Rennrädern zwischen komfortablen Tourenrädern, sportlichen Rennrädern und Zeitfahrmaschinen (TT-Bikes). Leicht mit einem klassischen Rennrad zu verwechseln sind Crosser (Crossbikes), Fitnessräder (Fitnessbikes) und auch manches Reisefahrrad. Auf den zweiten Blick werden die Unterschiede für das geschulte Auge ersichtlich.

Der gemütliche Rennrad-Touren-Fahrer

Einfach mal raus kommen und abschalten. Den Alltag vergessen und sich auf dem Rad den Wind ins Gesicht wehen lassen. Wer sich schon unter der Woche auf eine gemütliche Sonntagstour über die ruhigen Landstraßen freut, für den ist ein komfortables Touren-Rennrad optimal geeignet. Touren-Rennräder zeichnen sich durch eine Rahmengeometrie aus, bei der der Fahrer aufrechter und gemütlicher sitzt. Das Oberrohr / Reach ist meistens etwas kürzer und der Versatz zwischen Lenker und Sattel ist weniger groß. Auf so geschnittenen Rennrädern können auch weniger geübte Fahrer lange Spaß haben, ohne dass sich Rücken oder Knie melden. Gemütliche Rennradfahrer treffen sich beispielsweise Sonntags auf der wenig befahrenen Landstraße und genießen die Natur.

Der sportliche Fahrer

Sportlich geschnittene Rennräder hingegen zeichnen sich durch eine aerodynamische Sitzposition aus. Der Oberkörper ist weiter nach vorne geneigt um eine windschnittige Position während des Fahrens einnehmen zu können. Ungeübte Fahrer brauchen ein paar Ausfahrten um sich an diese Geometrie zu gewöhnen. Doch hat man sich einmal auf sein Rennrad eingestellt, kann man sich nicht mehr vorstellen etwas anderes zu fahren. Sportliche Fahrer trifft man auf RTFs (Radtouristikfahrt oder Radtourenfahren) oder auch auf Amateurrennen. Auch ambitionierte Hobbyfahrer finden Vorliebe an sportlich geschnittenen Rennrädern.

Der Wettkampftyp

Wer für die Teilnahme am nächsten Triathlon trainiert oder beim "Rund um Köln" Rennradrennen Ambitionen fürs Podium hat, der greift auf spezielle Rennräder zurück. Ob Zeitmaschine, Singlespeed Bahnrad oder ultraleichtes langstrecken Rennrad - für jede Disziplin findet sich ein spezieller Rennradtyp. Welche Modelle für welche Sportarten geeignet sind, erfährt man im Fahrradladen nebenan.

Fragen, die beim Rennradkauf beantwortet werden:

Carbon oder Alu Rahmen?

Mittlerweile ist die Carbonentwicklung so fortgeschritten, dass es keine Nachteile mehr gegenüber einem Alurahmen gibt. Wer sich heute ein neue Rennrad kauft, sollte unbedingt auf Carbon zurückgreifen - vorausgesetzt der Geldbeutel gibt es her. Carbon ist stabiler, steifer und deutlich leichter als Alu. Außerdem kann Carbon aerodynamischere Formen annehmen und eignet sich deshalb hervorragend für TT Rennräder. Doch auch die Alu Entwicklung stand nicht still. Mittlerweile findet man günstige und sehr gute Alu Rennräder, die besonders für Einsteiger oder Gelegenheitsfahrer voll und ganz ihren Zweck erfüllen.

Scheibenbremse oder Felgenbremse?

Noch vor kurzer Zeit schieden sich hierzu die Geister. Allerdings ist die Scheibenbremse im Rennradbereich auf dem Vormarsch. Selbst Profifahrer der Tour de France setzen auf diese Technologie. Scheibenbremsen haben deutlich besseren Griff und lassen sich leichter bedienen. Auch bei Nässe bringen sie das Rad sicherer zum stehen. In puncto Gewicht gibt es nur noch marginale Unterschiede, wobei auch hier das letzte Gramm zählt ;)

Aero-Hochprofil-Laufräder oder klassische Laufräder?

Wer diese Frage nach optischen Kriterien beantwortet, liegt bei beiden Entscheidungen richtig. Hochprofil-Laufräder bringen durch das Mehr an Material auch ein höheres Gewicht mit. Allerdings bringen sie gerade auf langen Strecken im freien bei hohen Geschwindigkeiten eine bessere Aerodynamik. Das Rennrad läuft ruhiger und der Windwiderstand verringert sich. Wer die quirgelige Alpenpassage mit vielen Kurven fahren möchte und weniger schnell unterwegs ist, der sollte klassische Laufräder wählen. Sie sind leichter und fahren sich verspielter.

23-622 Reifen oder 25-622?

Lange Zeit war der schmalere Rennradreifen mit 23er Breite die Wahl im Rennradsport. Getreu dem Motto, je dünner der Reifen, desto kleiner der Rollwiderstand. Neue Forschungen haben allerdings gezeigt, dass die minimal breitere 25er Variante mit reduziertem Luftdruck ähnliche Werte beim Rollwiderstand realisieren. Für viele Rennradfahrer ist diese Erkenntnis ausschlaggebend, um dem komfortableren Reifen eine Chance zu geben.

Dreifach, Zweifach oder Kompakt Schaltung?

Auch hier muss man sagen: es kommt drauf an. Auch wenn Zweifach- und Dreifach-Schaltungen im Rennradbereich immer seltener vorkommen, gibt es immer noch Strecken, bei denen sie die beste Wahl sind. Abhängig vom Höhenprofil und den Steigungen muss jeder für sich schauen, ob die Dreifach, Zweifach oder Kompakt für sich die optimale Wahl ist. Für das klassische deutsche Mittelgebirge wählen die meisten Rennradfahrer derzeit Kompakt-Schaltungen.

Messerspeichen oder normale Speichen?

Alles eine Frage des Luftwiderstands. Messerspeichen schneiden regelrecht durch den Wind und verringern so den Reibungswiderstand mit der Luft. An einem aerodynamischen Rennrad dürfen Messerspeichen nicht fehlen. Allerdings macht sich dieses extra auch im Geldbeutel bemerkbar. Messerspeichen - erst recht wenn sie Teil eines Systemlaufrads sind - sind häufig teurer als klassische Rundspeichen.

Alu oder Carbon-Lenker und -Vorbau?

Wer auch das letzte Gramm an seinem Carbonflitzer sparen möchte, der findet bei Lenker und Vorbau die Möglichkeit vollends auf Plastik umzusteigen. Sicherheitsbedenken braucht man keine zu haben, denn alle Carbon-Zubehör-Teile werden ausgiebig getestet und zertifiziert. Deshalb ist es wichtig, gerade bei sicherheitsrelevanten Anbauteilen wie Lenker oder Vorbau auf Markenprodukte zurück zu greifen.

Mit Schlauch oder Tubeless?

Wer noch mehr Gewicht sparen möchte und platte Reifen Leid ist, der hat guten Grund auf Tubeless Rennradreifen umzusteigen. Einfach den Schlauch drauf, das passende Tubeless Ventil montieren, Dichtmilch rein und Reifen aufpumpen. Allerdings sind hierfür spezielle Felgen nötig. Wer diese nicht hat, kann mit extra dafür vorgesehenem Felgenband seine alte Felge abdichten. Allerdings wird diese immer etwas Luft verlieren auf Dauer. Der einzige Nachteil liegt im Preis und wenn es dann doch zu einer Panne kommt. Wer seinen Reifen so stark beschädigt, dass die Dichtmilch das Loch nicht abdichten kann, der muss für die weitere Fahrt einen Schlauch verbauen (ja, man kann Tubeless Felgen auch mit Schlauch fahren - einfach das Ventil ausbauen und den Schlauch einlegen). Allerdings kann sich die Montage der Tubeless Reifen mit Schlauch drin als äußerst mühselig herausstellen. Tubeless-Reifen sitzen deutlich enger auf der Felge, was die Montage ohne professionelles Werkzeug aus dem Fahrradgeschäft erschwert oder sogar unmöglich macht. Bei der Wahl gilt auch hier: Wer Gewicht sparen will, muss das Risiko eingehen, ein längeres Duell mit dem Reifen auszufechten.

Alufelge oder Carbonfelge?

Auch hier ist es eine Frage des Gewichts. Die meisten Felgen sind allerdings eine Mischform aus Alu und Carbon. Die Bremsflanke, der Bereich an dem der Bremsschuh an der Felge reibt und das Fahrrad zum stehen bringt, besteht meistens aus Alu. Der restliche Felgenkörper kann dann auch schonmal aus Carbon sein. Auch gibt es Vollcarbon-Felgen, wo der Bremsschuh direkt auf dem Carbon bremst. Diese haben eine kürzere Lebensdauer, da sich Carbon schneller abreibt. Wer noch ein paar Gramm sparen möchte, greift auf Carbonfelgen zurück, wer länger etwas von seiner Felge haben möchte, der sollte die Alu-Variante wählen. Es soll sogar Menschen geben, die die Wahl der Felge vom Rollgeräusch abhängig machen - so gibt es für alles Nerds ;)

Reifen mit Pannenschutz oder nicht?

Am Touren-Rennrädern macht es im ein oder anderen Fall Sinn, Reifen mit Pannenschutz zu montieren. Wer lange und sorgenfrei Rennrad fahren möchte und nicht so sehr aufs Gewicht und die Fahreigenschaften achtet, für den ist ein Pannenschutzreifen eine gute Wahl. Auch für das klassische "Winterrennrad", welches von vielen eingefleischten alljahres-Rennradfahrern nur in den nassen und kalten Monaten des Jahres herausgeholt wird um das hochwertige Sommer-Rennrad zu schonen, macht ein Pannenschutz Sinn. Denn die Straßen im Winter sind häufig gestreut und voll mit kleinen Steinchen, die gerne mal einen Platten verursachen. Und wer hat schon Lust darauf bei 2 Grad im Schneeregen einen Schlauch zu wechseln?! Doch für die meisten Rennradfahrer macht der Pannenschutz keinen Sinn. Denn Rennradfahren lebt von der Sportlichkeit, der ewigen Suche nach Gewichtsersparnis und der in Fleisch und Blut übergegangenen Optimierung des Sportgeräts. Ein Pannenschutz-Reifen wäre hier wie Ketchup zum feinen Filletsteak.

Schwarzes, weißes oder buntes Lenkerband?

Diese Frage kommt häufiger vor, als man glaubt. Hier kommt es ganz auf den Charakter des Fahrers an. Nur eins kann gesagt werden, weißes Lenkerband verfärbt sich nach einigen Ausfahrten durch den Schweiß und ist nicht mehr schön anzusehen. Allerdings kann man die meisten Lenkerbänder ohne Probleme in montiertem Zustand mit etwas Duschgel oder Seife und einem Schwamm abwaschen. So bleibt auch die weiße Farbe länger frisch.

So viele Fragen bei der Auswahl des richtigen Rennrads. Viele große oder spezialisierte Hersteller bieten Rennräder aller Couleur! Das passende Modell findet man beim spezialisierten Fahrradladen! Denn auf die passende Sitzposition und ein gutes Fahrgefühl kommt es an. Deshalb sollten mehrere Rennräder in einer Probefahrt getestet werden.

Beratung

Die Kaufberatung zu E-Bikes, Rennrad, Mountainbike, Trekkingbike, Citybike oder Faltrad ist neben der Werkstatt das zweite Standbein des Fahrradhändlers. Mit dem Verkauf von Neurädern macht der Fachhandel mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Dementsprechend wichtig ist es, dass seine Mitarbeiter viel Erfahrung mitbringen und ein gutes Auge für die Kundenwünsche haben. Häufig fahren die Mitarbeiter des Geschäfts selbst Fahrrad und sind auf einen Radsport spezialisiert. Ob Rennrad, Mountainbike, Gravel Bike oder Crosser - die Frage nach der "cooleren" Disziplin ist Philosophie. Und genau diese Philosophie ist das, was Kunden im Geschäft spüren. Dabei ist Radfahrern wichtig, dass sie mit ihren Bedürfnissen ernst genommen werden und einen fachlich kompetenten Ansprechpartner auf Augenhöhe haben, der sie in der Wahl des richtigen Sportgeräts professionell berät. In puncto Beratung unterscheiden sich Fahrradegeschäfte enorm. Beim Rennrad-Spezialisten erhält man natürlicherweise die beste Beratung für Rennräder und beim Mountainbike-Spezialisten die beste Beratung für Mountainbikes. Je stärker das Geschäft auf eine Fahrradart fokussiert ist, desto mehr Insider-Tipps und Tricks kann man von den motivierten Mitarbeitern erwarten. Denn dort arbeiten Bike Spezialisten in ihrem Traumberuf.

Diese Webseite benutzt Cookies.

Wenn Sie die Webseite weiter nutzen, erklären Sie sich damit einverstanden.

Unsere Datenschutzerklärung