20-Kilometer-Fahrradtour durchs Preußische Köln

  • Fahrradtour

Im Jahre 1815 begann für die rheinischen Provinzen eine neue Zeit. Die französische Besetzung nahm ein Ende und das Rheinland wurde Teil des Preußischen Königreiches. Zur Erinnerung: Nach der Niederlage Napoleon Bonapartes ordneten die herrschenden Mächte Europa auf dem Wiener Kongress neu. Als Schutzwall gegen Frankreich sollte das nun preußische Rheinland dienen.

Köln wurde zur “Festung ersten Ranges” ausgebaut, wie Friedrich Wilhelm III. anordnete und wurde somit zur “Vormauer der Freiheit und der Unabhängigkeit Deutschlands”. Das Schicksal Köln war es also, bis zum ersten Weltkrieg die größte Festungsstadt Deutschlands zu werden. Mit der Zeit veränderte Köln sein Gesicht,der innere Festungsring wurde ausgebaut. Später kam noch der äußere Verteidigungsgürtel mit Forts und kleineren Lünetten (kleine militärische Befestigungen) hinzu. 50 Jahre lang galt Köln als uneinnehmbar. Die “Festung Cöln” hatte so einen Umfang von 42,5 km und bestand aus 182 Einzelwerken. 50.000 Soldaten und 6000 Pferde sollten in Kriegszeiten untergebracht werden können. Dank Konrad Adenauer konnten trotz der Bestimmungen im Versailler Vertrag, die vorsahen in Deutschland sämtliche Befestigungsanlagen zu beseitigen, diverse Bauten erhalten bleiben. Diese sind heute unter anderem im Kölner Grüngürtel integriert.

flexini fort x

Der versteckte Rosengarten in Köln

Am besten lassen sich der einstige innere Festungsring und somit die preußischen Relikte auf dem Fahrrad erkunden. Die 20 km lange Tour beginnt und endet am Haupteingang des Zoos und führt durch den inneren Grüngürtel. Für eine bessere Orientierung, einfach die benutzen.

Vom Zoo aus geht es in Richtung des neuen Lentparks, über die Lentstraße in den Park fahren. Direkt auf der rechten Seite befindet sich gleich die erste Sehenswürdigkeit, das Fort X und der dazugehörige Rosengarten. Das Fort ist im Wesentlichen noch im Originalzustand und zählt zu den bedeutensten Werken des Festungsrings. Im Rosengarten kann der Anblick von bis zu 70 verschiedenen Rosenarten genossen werden. Eine kleine Besonderheit: Nach Ende des zweiten Weltkrieges durfte die Bevölkerung des zerbombten Kölns die Festungswerke bewohnen, einem Herren hat es im Fort X so gut gefallen, dass er bis 2009 geblieben ist.

Weiter geht die Tour Richtung Nippes durch den Lis-Böhle-Park, entlang der Inneren Kanalstraße, vorbei am Fernsehturm bis zur Kreuzung Aachener Straße/Innere Kanalstraße. Dann am Aachener Weiher vorbei bis zur Höhe Zülpicher Straße/Universität. Die zweite Sehenswürdigkeit, das Fort V, befindet sich zwischen der Otto-Frischer-Straße, dem Bahnhof Köln-Süd und der Zülpicher Straße. Vom Fort ist nur noch das Kernwerk erhalten, seine Räumlichkeiten gehören heute zum Geographischen Institut der Universität Köln.

Der nächste Höhepunkt ist das Fort IV an der Ecke Eifelstraße/Volksgartenstraße. Vom Fort V geht es zurück über die Otto-Fischer-Straße und links in den Luxemburger Wall abbiegen. Die Luxemburger Straße überqueren und die Eifelstraße entlang zum Volksgarten fahren. Nach dem Kindergarten links abbiegen, den Weg entlang zum Rosengarten des Forts. Vorbei am Weiher befindet sich links vom Weg die Lünette 3. Das Fort wurde um 1820 errichtet, davon erhalten sind noch das Kernwerk, das Enveloppentore sowie der Flankengraben. Seit der Jahrtausendwende wird die Lünette als Theater und Veranstaltungsraum genutzt.

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Zeit zur Entspannung: Kaffe und Kuchen im Rheinparkcafé

Weiter geht es Richtung Rhein. Direkt am Aggripina-Ufer an der Südbrücke, befindet sich der Friedenspark und das darin gelegene Festungswerk Fort I. Vom Volksgarten aus geht es entlang der Volksgartenstraße/Rolandstraße geradeaus weiter in die Teutoburger Straße. Am Kreisel oder Eierplätzchen die Titusstraße entlang in den Friedenspark fahren. Um das Fort I erstreckt sich der ehemalige Hindenburgpark mit einem Rosengarten, Baumhainen und schön gestalteten Plätze, die zum Verweilen einladen. Am Fort befindet sich ein Monument von Otto Scheib mit einer Adler-Plastik von Georg Grasegger, ein Bildhauer, dessen Kunstwerke in ganz Köln zu sehen sind. Die Plastik mit dem lateinischem Namen Numero oppressis mente invictis - der Vielzahl unterlegen, im Geiste unbesiegt soll an die gefallenen Soldaten im Ersten Weltkrieg erinnern. Hindenburg übernahm die Schirmherrschaft für das Monument.

Einen Steinwurf vom Friedenspark entfernt befindet sich das nächste Highlight, die Südbrücke. Die heute vom Güterverkehr genutzte Brücke war, wie die Hohenzollernbrücke auch, fester Bestandteil des Festung. Der untere Brückenbereich diente zur Verteidigung des Brückenkopfes. Im Inneren konnten auch Geschütze aufgestellt werden, sodass dem anrückenden Feind die Zerstörung der Brücke erschwert wurde und er diese nicht passieren konnte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke leider weitestgehend durch Bomben zerstört. Heute steht sie unter Denkmalschutz.

Die nächste Station der Tour ist die Rheinkehlmauer am Deutzer Rheinufer. Achtung: Das Fahrrad muss die Treppe der Südbrücke hinauf geschoben werden. Auf der anderen Rheinseite geht es links das Ufer entlang bis zu Severinsbrücke. Dahinter sieht man die Reste der Kehlmauer. Alternativ kann die andere Rheinseite auch über die Rodenkichener Brücke erreicht werden, hier muss das Fahrrad nicht geschoben werden. Die Tour verlängert sich allerdings um 6 Kilometer. 1818 wurde die Infanteriemauer zur Verteidigung des Deutzer Ufers erbaut.

Fährt man das Rheinufer weiter, kommt man in den Rheinpark. Dort, wo sich heute das Parkcafé befindet, stand das Fort XV. Nur noch die Gestaltung des Geländes zeugt von seiner einstigen Existenz. Von der Terrasse des Cafés kann man in den ehemaligen Graben des Festung blicken, während man ein Kaffee und Kuchen genießt.

Um wieder zum Zoo zu kommen, fährt man einfach den Rheinpark hindurch zur Zoobrücke. Am anderen Rheinufer befindet sich rechts neben der Brücke der Kölner Zoo.

Nicht nur die Preußen haben ihre Spuren in Köln hinterlassen, auch viele mittelalterliche und römische Bauten prägen die Stadt am Rhein. Wer die Geschichte Kölns auf dem Fahrrad erkunden will, findet hier weitere Routen.

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