Fahrradfahrer radeln für Ihre Rechte

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Noch immer geprägt von der Idee des Widerstandes und der grenzenlosen Freiheit, fanden sich 20 Jahre nach der Hippie-Bewegung einige Fahrradfahrer in San Francisco zusammen. Sie wollten die Straßen der Stadt zurück erobern, Grenzen überschreiten und die gemeinsame Zeit auf dem Rad genießen. Die Critical Mass war geboren.

Die Bewegung ging um die Welt und erreichte 2014 auch Köln und Bonn. Einmal im Monat erradeln sich bis heute junge Familien, Senioren, Studenten und Jugendliche die Straßen ihrer Stadt zurück.
Die “kritische Masse” versteht sich nicht als Demonstration und will sich auch nicht für politische Zwecke instrumentalisieren lassen. Sie ist mehr ein organisierter Zufall, ohne offiziellen Veranstalter. Für eine bestimmte Zeit fahren die Radler zusammen durch die Stadt, bis jeder wieder dem eigenen Weg folgt.

Wem gehören die Straßen?

Zwar agiert die Critical Mass vereint und die Freude am Radfahren verbindet die Fahrer, doch atmet sie auch den Geist der Individualität. Jeder hat seine persönlichen Gründe, warum er an der Bewegung teilnimmt. Die einen wollen einfach nur eine gute Zeit haben, die anderen wollen auf die Probleme der Radfahrer im Straßenverkehr aufmerksam machen: Sie wünschen sich mehr Rechte, grüne Radwege, Rücksicht, eine saubere Stadt mit weniger Lärm und Abgase. Auch wenn es nur die Intention Einiger ist; die Critical Mass wirft politische Fragen auf, die gerade in Köln die Gemüter entfachen: Wem gehört der urbane Raum und ist er gleich verteilt? Genießen manche Verkehrsteilnehmer Privilegien? Ist die Art der Mobilität umwelt- und bürgerfreundlich?

flexini critical mass

100.000 Budapester brechen den Rekord

Die Bonner und Kölner Fahrradfahrer sind daran gewöhnt, ständig darauf zu achten von den Autos nicht übersehen oder eingeengt zu werden. Im Schwarm breitet sich ein anderes Fahrerlebnis aus: Es gleicht einem entspannten Ausflug, da die Fahrer sich wie ein einziges großes Fahrzeug verhalten. Mindestens 16 Radfahrer bilden einen Verbund; das bedeutet: Sobald die Ampel Grün wird und der Erste losfährt, darf der Letzte auch noch bei Rot über die Straße. Das ist auch notwendig, um von den Autofahrern im Ganzen nicht zerrissen zu werden. Deren Reaktion ist unterschiedlich, teilweise unerfreulich. Aber gerade in kritischen Situation offenbart sich der Gemeinsinn der Critical Mass. Aufmerksame Helfer sind schnell vor Ort, damit niemand zu Schaden kommt. Sich nicht provozieren lassen ist eine der Grundregeln der Kölner Mass. Das gilt auch umgekehrt. Ihr Motto lautet: Wir behindern nicht den Verkehr, sondern sind der Verkehr!

In Bonn haben sich im Frühjahr diesen Jahres bis zu 760 Teilnehmer den urbanen Raum zurück erradelt. In Köln waren es schon an die 1000. Die größte Teilnehmerzahl erreichten allerdings die Budapester, die mit 100.000 Radlern die bisher größte Critical Mass bildeten. Wohin sich die Masse bewegt, das wird in der Regel nicht festgelegt. Die Fahrradfahrer lassen sich einfach treiben - ein besonderes Gefühl von grenzenloser Freiheit. Wer mehr wissen möchte, geht auf criticalmass.de.

Der Fahrradladen als Botschafter

Bist Du Besitzer einers Fahrradladens? Dann informiere doch Deine Kundschaft über die Critical Mass und werde damit zum Botschafter für mehr Rechte und Sicherheit im Straßenverkehr!

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